Erstes Hochschulforum für Akademische Weiterbildung

06.12.2011

Im Rahmen des ersten Hochschulforums für Akademische Weiterbildung am 01.12.2011 präsentierte das Institut für akademische Weiterbildung (IAW) der Hochschule Ingolstadt den rund 80 Gästen drei Vorträge von namhaften Unternehmensvertretern, die bereits seit längerem Maßnahmen zur Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter/-innen nutzen.

Demographie, Fachkräftemangel und Technologiemangel sind  Schlagwörter die in aller Munde sind. Aber was bedeutet dies für die deutsche Wirtschaft? Eine Vielzahl deutscher Unternehmen sieht sich bereits heute mit einem spürbaren Fachkräftemangel konfrontiert, der durch die demographische Entwicklung in den kommenden Jahren noch verstärkt wird. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen – u.a. aufgrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe oder der zunehmenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens – vor großen technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. In diesem Kontext gewinnt die Möglichkeit berufsbegleitender, akademischer Weiterbildung – insbesondere mit maßgeschneiderten Programmen für unternehmensspezifische Problemstellungen – immer mehr an Bedeutung. Denn nur durch eine Weiterqualifizierung der Mitarbeiter/-innen können diese Herausforderungen bewältigt werden.  

Dr. Christoph Anz von der BMW Group stellte dar, warum bei MBW Weiterbildung großgeschrieben wird.  Mit gleich zwei berufsbegleitenden Bachelorprogrammen an der Hochschule Ingolstadt werden Meister und Techniker qualifiziert. Die Möglichkeit einen akademischen Grad zu erwerben motiviert die Mitarbeiter und fördert gleichzeitig die Unternehmensbindung. Der berufsbegleitende Master in Elektromobilität und Elektrifizierung qualifiziert die BMW-eigenen Maschinenbau-Ingenieure in diesem zukunftsträchtigen Feld weiter. Ziel ist es, diese Mitarbeiter gezielt für neue Aufgabenbereiche in der Elektromobilität und Fahrzeugelektrifizierung zu qualifizieren. Die Teilnehmer können nach der Qualifizierung in allen Bereichen eingesetzt werden, in denen eine hohe technische Kompetenz für Fahrzeugelektrifizierung und Elektromobilität erforderlich ist.
Auch Michael Brauer von der Siemens AG stellt die Weiterqualifizierung seiner MitarbeiterInnen in den Mittelpunkt: „Qualifizierte, ideenreiche Mitarbeiter gehören zu unseren größten Stärken“. Zusammen mit der HI wurde deswegen ein dreistufiges Modell entwickelt, dies stellte Ellen De Groeve (zuständig für Personal im IT-Bereich) vor. Neue MitarbeiterInnen ohne akademischen Grad bekommen die Möglichkeit berufsbegleitend den Bachelorabschluss als Wirtschaftsinformatiker zu machen. Alle MitarbeiterInnen können Module aus der F-IT-Academy absolvieren, bei denen es in drei Wochenblöcken um vertiefte IT-Kenntnisse und Finanzierung geht. Diejenigen, die dann noch nicht genug haben, können sich diese anrechnen lassen und berufsbegleitend den MBA IT-Management ebenfalls an der HI studieren.

Der letzte Redner des Abends, Heribert Fastenmeier, Geschäftsführer der Klinikums Ingolstadt GmbH, stellt den gespannten Zuhörern dar, warum Management eine notwendige Kompetenz für Ärzte, aber ebenso für das Pflegepersonal ist. Personalentwicklung ist für ihn ein wesentlicher Faktor im modernen Personalmanagement. Die Entwicklung junger Mitarbeiter ist für das Klinikum in Zeiten des Fachkräftemangels von besonderer Bedeutung, da das zur Verfügung stellen von Weiterbildungsmöglichkeiten die Bindung an das Unternehmen fördert und Entwicklungsperspektiven bietet. Gezielte Weiterbildung verhindert die Abwanderung von Potenzialträgern. So werden seit vier Jahren die Ärzte mit dem MBA Gesundheitsmanagement weiterqualifiziert und für die Chefärzte wurde auf deren nachdrücklichen Wunsch hieraus - ebenfalls mit der HI - ein Kurzprogramm entwickelt. Darüber hinaus bietet das Klinikum seinen MitarbeiterInnen aus dem Stations- und Pflegebereich die Möglichkeit berufsbegleitend den Bachelor in „Management in Gesundheitsberufen“ zu absolvieren. Also für diejenigen Pflegekräfte, die bereits fest im Berufsleben stehen und sich für Leitungsaufgaben qualifizieren wollen.

Im Anschluss an die Vorträge standen die VertreterInnen der Unternehmen und der Hochschule für Fragen zur Verfügung. Diese Gelegenheit wurde von den anwesenden Gästen intensiv genutzt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.haw-ingolstad.de/iaw

Kontakt

Florian Lohrentz
Operativer Leiter IAW



Tel. +49 841 9348-147
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