Kompetenzfeld Fahrzeugmechatronik

Alle zwei Minuten ein verunglückter Pkw-Insasse, alle zwei Stunden ein Verkehrstoter, alle 13 Stunden ein getöteter Fußgänger und alle 19 Stunden ein getöteter Fahrradfahrer...
Dies war die traurige Bilanz auf deutschen Straßen im Jahr 2008. Insgesamt starben dort 2008 rund 4.500 Menschen! Europaweit waren es sogar 39.000! (Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Juli 2009)
Im Zuge von Vision Zero, der Vision von null Verkehrstoten, wird sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene versucht, durch eine Vielzahl von Maßnahmen, Verkehrsteilnehmer, insbesondere ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie z.B. Radfahrer oder Fußgänger, vor Unfällen zu schützen.
Der größte Forschungsbereich am IAF, das Kompetenzfeld Fahrzeugmechatronik, hat es sich zur Aufgabe gemacht mit innovativen Entwicklungen im Bereich der Verkehrssicherheitssyteme seinen Betrag zum Fernziel von null Verkehrstoten zu leisten. Am Kompetenzfeld, welches seine Kompetenzen aus der angewandten Forschung der Fachgebiete Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik bezieht, arbeiten derzeit fünf Professoren sowie deren wissenschaftliche Mitarbeiter. Es ist in folgende fünf Forschungsschwerpunkte aufgegliedert, die jeweils von einem Professor geleitet werden:
Aktive/Passive Sicherheit (Prof. Dr.-Ing. Thomas Brandmeier), Fahrzeugkommunikation (Prof. Dr. rer. nat. Christian Facchi), Aktive Fahrzeugsicherheit und Testing (Prof. Dr.-Ing. Armin Arnold), Fahrerassistenzsysteme (Prof. Dr. rer. nat. Johann Schweiger) und Fahrzeugproduktion (Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schmidt)
Erweiterung der Forschungskompetenz
Die Forschungskompetenz des Kompetenzfelds Fahrzeugmechatronik soll sich in den nächsten Jahren durch Kompetenzen in den Bereichen Energiemanagement (Prof. Dr.-Ing. Harald Göllinger, assoziiert: Prof. Dr. Johannes Pforr) Thermomanagement (Prof. Dr.-Ing. Armin Soika) sowie Bionischer Leichtbau (Prof. Dr.-Ing. Jörg Wellnitz) thematisch um den neuen Forschungsschwerpunkt „Fahrzeugsicherheit und Telematik für zukünftige energiesparende Fahrzeugkonzepte“ erweitern.
Der Bereich der Energieeffizienz bekommt durch Kundenwünsche, gesetzliche Vorgaben, wie z.B. Flottenverbrauch und CO2-Emissionen, immer größere Bedeutung. Außerdem beträgt das erwartete Marktvolumen für Elektromobilität bis zum Jahr 2020 470 Mrd. Euro (Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Programm zur Marktaktivierung für Elektrofahrzeuge).
Bei der Realisierung dieser Anforderungen entstehen zahlreiche Forschungsaufgaben im Bereich neuartiger Antriebskonzepte wie sie bereits vielfach untersucht werden. Die Anforderung höherer Energieeffizienz bedingt jedoch zusätzlich umfangreiche Modifikationen und Neukonzeptionen der restlichen Fahrzeugsysteme, da die Energieeffizienz eines Fahrzeugs durch all seine Teilsysteme bestimmt wird.
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit entstehende Synergieeffekte führen zudem noch zu einem höheren Wirkungsgrad der Forschungsaktivitäten. Der Anwendungsbezug der Forschungsaufgaben hat hierbei oberste Priorität: Neben der intensiven Zusammenarbeit mit Firmen, die ebenfalls aktuelle Fragestellungen aus ihrer Sicht mit in den neuen Forschungsschwerpunkt einbringen, besteht zwischen den beteiligten Professoren eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit, sodass deren Forschungsergebnisse in ein gemeinsames, modulares Testfahrzeug in Form von Teilsystemen einfließen und integriert werden.
Geplantes Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area (CARISSMA)
Die Zusammenführung der Kompetenzen am IAF in den genannten Bereichen soll die Entwicklung dieser integrativen Sicherheitssysteme und darauf aufbauend eines globalen Sicherheitssystems ermöglichen. CARISSMA soll daneben die notwendige Verbindung der Testumgebungen der Aktiven (Fahrdynamikfläche, Car2x-Einrichtungen) und Passiven Sicherheit (Crashersatzversuche, Rollbock, Fußgängerimpaktoren) mit denen der Fahrerassistenzsysteme und Telekommunikation/Telematik unter einem Dach leisten. Bereits vorhandene Labore sollen ergänzend zur Verfügung stehen. So können die für integrierte Sicherheitssysteme erforderlichen Tests entwickelt werden. Der zwingende Nachweis der Zuverlässigkeit der neuen Technologie in Millionen von Fahrzeugen soll damit erfolgen.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte des Kompetenzfeldes
Im Rahmen der Forschungsaktivitäten sollen mit Hilfe des bionischen Prinzips durch neue Sensortechnologien sowie über die Vernetzung mit anderen Systemen die Sinne nachgebildet werden, die es Menschen ermöglichen, Gefahren aus der Umgebung zu erkennen und abzuwenden. Bezogen auf das Fahrzeug bedeutet dies, Unfälle zu fühlen (z.B. Beschleunigungs-, Drehratensensoren, Druckmessystem PTS), zu hören (Crash Impact Sound Sensing), zu sehen (Radar, Kamera) und zu kommunizieren (WLAN, Mobilfunk, LTE).
Fahrzeugsicherheit
- Körperschall für verbesserten Insassenschutz - Crash Impact Sound Sensing
- Crashsensorik mit Körperschall
- active Crash Impact Sound Sensing
- Seitencrasherkennung mit Crash Impact Sound Sensing
- APS - Integration aktive und passive Fahrzeugsicherheit
Kommunikation
- Performanceoptimierung von Kommunikationssystemem
- Car2X Kommunikation - Vernetzung von Fahrzeugen mit der Umwelt



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