Junge Wissenschaftler der Hochschule Ingolstadt stellten am vergangenen Donnerstag ihr Projekt zum Thema Pre-Crash-Systeme im Rahmen der Abschlusspräsentation der BMBF-Förderlinie „IngenieurNachwuchs“ in Köln vor. Die Förderlinie aus dem BMBF-Programm „Forschung an Fachhochschulen“ läuft derzeit zum sechsten Mal. Das erfolgreiche Projekt der Hochschule Ingolstadt wurde von knapp 50 geförderten Projekten aus der zweiten Förderrunde als einziges süddeutsches Projekt zur Präsentation ausgewählt. Vertreter des BMBF, Wissenschaftler und Gutachter erhielten so einen Einblick in die fachliche Vielfalt der abgeschlossenen Förderrunde.
Forschungsergebnisse der Hochschule Ingolstadt:
Seit drei Jahren beschäftigen sich die jungen Forscher um Professor Brandmeier mit mittel- und langfristigen Herausforderungen der Verkehrssicherheit. Dieser Forschungsschwerpunkt wird zukünftig im neuen Forschungs- und Testzentrum CARISSMA der Hochschule Ingolstadt angesiedelt sein.
Pre-Crash-Systeme zielen darauf ab, die Lücke zwischen aktiven und passiven Sicherheitssystemen zu schließen. Sie sollen drohende Unfallsituationen frühzeitig erkennen, um Fahrzeug sowie Insassen auf den bevorstehenden Unfall vorzubereiten. Damit soll das Verletzungsrisiko entscheidend reduziert werden. Die Optimierung der Insassenposition kurz vor einer Kollision, etwa durch Verstellen der Sitzposition oder Straffen des Sicherheitsgurtes, benötigt jedoch Zeit, so dass bei der Crasherkennung jede Millisekunde zählt.
Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden speziell für extreme Schleudersituationen und bevorstehende Crashs fahrdynamische und vorausschauende Beobachter entworfen, die der verbesserten Erkennung von Überschlags- und Seitencrashunfällen sowie unvermeidbaren Kollisionen dienen.
Im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik konnte so der Rollwinkel zum Zeitpunkt der Überschlagserkennung in den Standardtestfällen um über 50 Prozent reduziert sowie der Auslösezeitpunkt vorausschauender reversibler Sicherheitssysteme in den untersuchten Testfällen um 60 Prozent vorgezogen werden. Dadurch lässt sich eine deutliche Verbesserung der Fahrzeugsicherheit erzielen.
Die Förderlinie "IngenieurNachwuchs" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Ziel, die Nachwuchsproblematik auf Basis der Kompetenzen der Fachhochschulen in der ingenieurwissenschaftlichen Forschung und Lehre aufzugreifen und damit den Aufbau neuer Forschungsschwerpunkte an Hochschulen zu unterstützen.