Die Forschungsprogrammatik von CARISSMA strebt eine größtmögliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer an. Primäres Ziel ist die Realisierung eines globalen Sicherheitssystems, das unter Nutzung des bionischen Prinzips die Sinne Fühlen, Hören, Sehen und Kommunizieren nachbildet, die es auch Menschen ermöglichen, Gefahren aus
der Umgebung zu erkennen und abzuwenden. Dieses System zum verbesserten Schutz sämtlicher, insbesondere ungeschützter Verkehrsteilnehmer setzt sich aus integrativen Sicherheitssystemen zusammen. Heutige Sicherheitsfunktionen sind als Einzelsysteme realisiert. Auf dem Weg zum globalen Sicherheitssystem werden unter zunehmender Vernetzung integrative Sicherheitssysteme mit erweitertem Funktionsumfang geschaffen.
Die Einzelsysteme der Fahrzeugsicherheit werden in Passive und Aktive Sicherheit untergliedert: Die Passive Fahrzeugsicherheit sorgt für eine Unfallfolgenmilderung bei den Kollisionspartnern. Sie beschäftigt sich mit der Strukturverbesserung von Fahrzeugkarosserien, der Optimierung der Leistungsfähigkeit der Unfallerkennung zur verbesserten Auslösung von Insassenschutzmitteln sowie der Entwicklung erweiterter Maßnahmen zur Vorbereitung aller Partner auf einen Unfall (Pre-Crash). Aufgabe der Aktiven Sicherheitssysteme ist die Vermeidung von Unfällen durch Eingriffe in das Fahrgeschehen. Dazu gehören fahrwerkregelnde Systeme wie das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), das Antiblockiersystem (ABS) oder die Antriebsschlupfregelung (ASR) sowie erweiterte Fahrerassistenzsysteme. Neben ihrer Funktionalität im Komfort-Bereich realisieren diese auch die direkte Vermeidung von Kollisionen durch autonomes Ausweichen oder Bremsen. Ergänzend stellt die Schnittstellensicherheit, als weitere Komponente des globalen Sicherheitssystems, die definierte Interaktion der integrierten Sicherheitssysteme mit den weiteren Systemen des Fahrzeugs sicher. Neue Anforderungen an die Fahrwerksregelung durch Antriebskonzepte mit Rekuperation müssen ebenso berücksichtigt werden, wie die Effizienz von Aktoren, die Sicherstellung der Energieversorgung bei gleichzeitigem Eingriff mehrerer Sicherheitsaktoren mit hoher Leistungsaufnahme sowie die neuen Anforderungen an die Produktion mechatronischer Fahrzeugkomponenten durch integrierte Sicherheitssysteme.
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