Parallel zum erfolgreichen Projektabschluss des Aufbaus des ersten FORMULA H Wasserstoff-Rennfahrzeugs an der Hochschule Ingolstadt begannen im Wintersemester 2009/2010 unter Leitung von Prof. Jörg Wellnitz die Arbeiten an der Konzepterstellung für ein Nachfolgerfahrzeug. Diese wurden im Rahmen regelmäßiger Studienarbeiten und Studentenprojekte durchgeführt und führten zu einem Fahrzeugkonzept auf Basis eines Wasserstoffantriebs mit Verbrennungsmotor und Druckgastank. Wasserstoff bietet sich als Energieträger durch die generelle Möglichkeit der Darstellung eines „grünen“ Lebenszyklus an. Auch konnte mit einem Studententeam des Studiengangs „Transportation Design“ der Hochschule Pforzheim um Prof. Lutz Fügener im Sommersemester 2012 ein Kooperationsprojekt zum Thema eines Design-Entwurfs des Wasserstoff-Fahrzeugs der Zukunft mit einem neuartigen Tankkonzept durchgeführt werden. Hierzu wurden u.a. gegenseitige Besuche im Rahmen des Studentenprojekts durchgeführt, bei denen die Projektteilnehmer Einblicke in die Tätigkeiten und das Anforderungsspektrum des Ingenieurs und des Designers gewinnen konnten.
Aus den Erfahrungen der Entwicklung des Vorgängerfahrzeugs zeigte sich, dass bei Aufbau und Forschung am Nachfolgerfahrzeug die Kernkompetenzen der Hochschule Ingolstadt im Umgang mit Wasserstoff im besonderen Fokus liegen sollten: das Antriebsaggregat, die Speicherung des Wasserstoffs, das Sicherheitskonzept sowie die Homologation von Wasserstoff als neuartigem Kraftstoff beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) für einen Ersteinsatz im internationalen Rennbetrieb. Nicht zu vergessen bleibt die „angewandte Wissenschaft“ bezogen auf die konkrete Umsetzung im Fahrzeug. So wurde sich in Summe aus Gründen der technischen Umsetzbarkeit, der Forschungsinhalte (hier zu nennen sind weiterhin Synergien mit weiteren Forschungsprojekten innerhalb der Hochschule), Verfügbarkeit und Kosten für ein Fahrzeug auf Tourenwagenbasis entschieden. Ebenso konnte bereits im Jahr 2010 der Ex-DTM und STW Rennfahrer Herr Jörg van Ommen von der Vision des emissionslosen Fahrens im Tourenwagen-Rennbetrieb überzeugt und als Unterstützer des Projekts gewonnen werden. Ein Ziel des Projektes ist es zu zeigen, dass emissionsloses Fahren im Rennbetrieb mit überschaubaren finanziellen Mitteln in einem „Baukastenprinzip“ möglich ist. Hierbei möchte das Team HYDRA WELLNITZ RACING um Daniel Duschek, Jean Meyer und Stefan Herrmann ebenso Wegbereiter für weitere Rennteams sein und dem Medium Wasserstoff über den emotionalen Rennsport zu weiterer Popularität im Umfeld der Kraftfahrzeuge verhelfen.
Ein Meilenstein auf dem Weg zum Renneinsatz des Wasserstofffahrzeugs konnte am Wochenende des 17.-20. Mai 2012 erfolgreich abgelegt werden: die erstmalige Teilnahme des Teams HYDRA WELLNITZ RACING am ADAC ZURICH 24H RENNEN am Nürburgring mit einem auf Ottokraftstoff betriebenen Schwesterfahrzeug des derzeit im Umbau befindlichen Wasserstoff-Audi TT. In diesem Zuge konnte Rang 91 von 169 erreicht werden. Als Fahrer nahm - neben Manfred Krammer und Marina Leisen - Prof. Jörg Wellnitz selbst am Renngeschehen teil. Der Audi TT fuhr konsequent 24 Stunden am Stück ohne nennenswerte Defekte und Außerplanmäßigkeiten ins Ziel. Dieses Zeigen der Präsenz im Rennbetrieb und des Sammelns von Erfahrung im Rennsportumfeld ist ein wichtiger Meilenstein in der Strategie des Aufbaus des Wasserstofffahrzeugs und der Homologation von Wasserstoff im Rennumfeld.
Darauf folgend konnte am 23. Mai 2012 das HYDRA Projekt sowie das von Studenten der Fakultät Maschinenbau erarbeitete Sicherheitskonzept erstmalig in Frankfurt am Main vor dem kompletten Gremium des DMSB vorgestellt und der weitere Kurs des Fahrzeugaufbaus festgelegt werden. Auch dies war ein weiterer erfolgreicher Meilenstein auf dem Weg zur Vision des emissionsfreien Fahrens im Jahr 2013 auf Sprint- oder Langstreckenrennen mit Wasserstoff. Derzeit durchgeführt und bearbeitet werden die Beschaffung weiterer Fahrzeugkomponenten, der Strukturumbau des Fahrzeugs, das Marketing- und Sponsoring-Konzept sowie die weitere Verfeinerung des System-Designs für den sicheren Umgang mit Wasserstoff im Rennbetrieb.
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